Graphic Novel: Der nasse Fisch von Arne Jysch

Wir lieben gut gestaltete Bücher, und deshalb lieben wir auch Graphic Novels! Dieses junge Genre hat bei uns im Laden einen besonderen Platz, den Sie vielleicht ja auch schon mal entdeckt haben: Eine Säule voller ganz besonderer Bücher steht gleich links beim Reinkommen. Und dort finden Sie auch diese von uns geliebten Graphic Novels.

Hinter dem Begriff verbergen sich
Comics im Buchformat, die oftmals Romane als Vorlagen haben. Manche bunt, manche schwarz-weiß. "Der nasse Fisch" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Volker Kutscher, der eine ganze Reihe von Krimis rund um Kommissar Gereon Rath geschrieben hat. "Der nasse Fisch" spielt in Berlin 1929 zwischen roten Revoluzzern,  Braunhemden und alten Militärs, die die Schmach des 1. Weltkrieges nicht verkraften können. Der junge Gereon wird von Köln nach Berlin versetzt, da er einen Amokschützen erschossen hat, der sich als Sohn einer einflussreichen Kölner Persönlichkeit entpuppt. Als eigentlich Mordermittler kommt er zur Sitte mit nur einem sehnlichen Wunsch: in die legendäre Inspektion A - die Mordkommission -  der Berliner Polizei zu wechseln.  Ihr Chef ist kein geringerer als der auch als Buddha bekannte Ernst Gennat. Dieser Mann hat tatsächlich existiert und war eine Legende der Polizei in der Weimarer Republik.

Vom Ehrgeiz getrieben, ermittelt Gereon auf eigene Faust bei einem Mord an einem russischen Mann, dessen Identität lange im Dunkeln bleibt. Mit Hilfe des Untergrund-Bosses Doktor Marlow und unter Einsatz seines eigenen Lebens kann Gereon Licht in den Fall bringen und in die Inspektion A wechseln. Damit macht er sich allerdings wenig Freunde...

Die Comic-Fassung des Romans ist gut 300 Seiten kürzer als das Original, was aber der Geschichte keineswegs schadet. Die Story ist so spannend, dass ich die gut 200 Seiten in einem Rutsch gelesen habe. Arne Jysch fängt mit seinen Zeichnungen genau die Stimmung der Geschichte ein. Die schwarz-weiß-Anmutung passt zur Zeit, in der die Handlung spielt, und erinnerte mich an den Film Noir. Wenn man im Internet über die Entstehung dieser Graphic Novel liest, wird einem erst bewusst, wie viel Liebe zum Detail der Autor für die Adaption des Romans entwickelt hat. Hier geht es zu einem Video der ARD, in dem Arne Jysch die 4-jährige (!) Arbeit beschreibt.

Meine erste Graphic Novel war "The Tempest" von William Shakespeare, die mir eine Freundin aus England in den 1990er Jahren mitgebracht hat. Ziel war das Näherbringen der jungen Leser an klassischen Lesestoff. Viele Graphic Novels sind zu Klassikern wie "Moby Dick" oder "Die Judenbuche" erschienen. Viele davon richten sich an ein erwachsenes Publikum, das die Lust am Comiclesen wiederentdeckt. Der vorliegende Band ist ab 14 Jahren vom Carlsen-Verlag empfohlen.

Arne Jysch, Jahrgang 1973, hat in Hamburg und Potsdam Kommunikationsdesign und Animation studiert. Seit Ende der 1990er Jahre arbeitet er als Storyboardzeichner, Animator und Drehbuchautor.  Sein erster Comic „Wave and Smile“ war ein vielversprechendes Debüt und eine der bestverkauften Graphic Novels des Jahres.

Der Journalist und Schriftsteller Volker Kutscher, geboren 1962, schuf mit „Der nasse Fisch“ (Kiepenheuer & Witsch) einen deutschen Krimi-Bestseller. Inzwischen gibt es fünf Romane um
seinen Kommissar Gereon Rath und die Verfilmung ist geplant und soll mit internationaler Besetzung 2018 zu sehen sein. Kutscher liebt Comics und unterstützte Arne Jysch bei der Bildrecherche mit Rat und Tat.

Probieren Sie dieses spannende Genre unbedingt aus, es macht süchtig!

Vielen herzlichen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Details zum Buch:

Graphic Novel "Der nasse Fisch" von Arne Jysch
Nach dem Roman von Volker Kutscher
Empfohlen ab 14 Jahre

216 Seiten, Hardcover

ISBN 978-3-551-78248-9

17,99 €
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