Pip Bartlett und die magischen Tiere – Band 1 und 2

Pip Bartlett ist ein neunjähriges Mädchen, das in Atlanta, USA lebt. Der große Unterschied zu unserer Welt: es wimmelt nur so von magischen Tieren, mit denen Pip sprechen kann. Sozusagen ein weiblicher Dr. Dolittle für magische Tiere. Wie auch beim älteren literarischen Vorbild (das ich mit meiner Tochter jetzt auch unbedingt mal lesen muss) kann diese Gabe auch einmal zum Fluch werden.  Pip kann „Gottfried Higgelsteins Handbuch der magischen Tiere“ auswendig, in dem alle Tierarten genauestens beschrieben sind. Allerdings muss Pip im Laufe der Geschichten eigene Ergänzungen vornehmen, die Gottfried Higgelstein augenscheinlich vergessen hat.

Als Pip bei einem Schulprojekt totales Chaos verursacht, wird sie von ihren Eltern kurzerhand zu ihrer Tante Emma nach Cloverton verfrachtet, die eine eigene Tierarztpraxis für magische Tiere betreibt. Was also als Strafe gedacht war, entpuppt sich für Pip als wahrer Segen. Im ersten Band geht es um die brandgefährlichen Fussels, kleine wuselige Tierchen, die bei Aufregung schnell mal in Flammen aufgehen und somit zum Problem werden. Im Gegensatz zu ihrer Cousine Kelly, die sich ausschließlich für ihre Schauspielkarriere interessiert, ist Pip begeistert von all den magischen Besuchern der Praxis. Und Pip kann mit allen sprechen, was ihr die Erwachsenen und anderen Kindern natürlich nicht glauben. Das ändert sich erst als Pip Freundschaft mit Thomas schließt, der allerdings ein winziges Problem hat: er ist gegen alle magischen Tiere allergisch. Die Allergien nehmen zum Teil sehr komische Formen an, zum Beispiel wenn Thomas Seifenblasen in allen Farben aus seinem Mund blubbert, sobald er in die Nähe von Einhörner kommt. Thomas hat außerdem immer einen riesigen Vorrat an allen möglichen Tabletten, Pflastern, Sprays und sonstigen nützlichen Dingen in seinem Rucksack und hat ein schier unerschöpfliches Wissen über Gefahren, die durch Pflanzen, Tiere oder andere Ereignisse entstehen können.

Bevor die Fussels zum Problem werden, lernen wir erst einmal das wunderschöne, aber leider total durchgeknallte Turniereinhorn Regent Maximus kennen, über den wir uns in beiden Bänden wunderbar amüsiert haben. Dieses Einhorn fürchtet sich sogar vor der Farbe Blau, anderen Einhörner und dem kleinsten Luftzug und ist sich ständig sicher, jetzt aber wirklich den sicheren Tod zu finden. Dieser überspannte, tierische Protagonist des Buches ist uns sehr ans Herz gewachsen. Pip und Thomas tun alles dafür, um die Fussels zu retten, die als Schädlinge gelten, und denen vom Kammerjäger der Garaus gemacht werden soll. Wir waren sehr stolz auf Regent Maximus als er den beiden versucht hat zu helfen.

 

Details zum Buch:
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Frida Lemke
Gebundenes Buch, Pappband, 240 Seiten
ISBN: 978-3-453-27054-1
€ 12,99
Verlag: Heyne fliegt
Gleich bestellen: 04161-9999700 oder im Shop.

Im zweiten Band „Einhornzähmen leicht gemacht“ soll Regent Maximus nun endlich an seinem ersten Turnier teilnehmen, dem berühmten „Dreifachen Dreizack“, bei dem alle möglichen magischen Tiere in verschiedenen Wettkämpfen gegeneinander antreten. Pip und Thomas sind gefragt, um ihrem tierischen Freund zu helfen. Aber dann treibt ein gewissenloser Dieb sein Unwesen in den Ställen der Einhörner und versetzt nicht nur Regent Maximus in Angst und Schrecken. Neben den alten Bekannten, lernen wir viele neue magische Tiere kennen, wie zum Beispiel die Felsenscheine, die zu den Schimmertieren zählen. Während Fussels bei Aufregung in Flammen aufgehen, werden Schimmertiere unsichtbar, was auf einem Turnier ziemlich unliebsame Folgen haben kann. Die ansonsten unspektakulären Tiere haben es Thomas besonders angetan. Warum? Das müsst Ihr selbst herausfinden. Genauso wie die Identität des Diebes.

Meine Tochter liebt die Stelle auf Seite 34 besonders, in der die Ich-Erzählerin Pip gerade an verschiedenen magischen Tieren auf dem Turnier vorbeigeht und schließlich auch an einem ganzen Stall voller Schmusemöpse, „die darüber diskutierten, wie sie den Donut-Stand überfallen konnten.“

Eine sehr vergnügliches Buchreihe für Kinder ab 8 Jahren, aber auch Jugendliche und junge Erwachsene sind für die Geschichten von Pip zu begeistern. Wir würden empfehlen, mit dem ersten Band anzufagen, da die Autoren auf Rückblenden weitestgehend verzichten. Der Erzählstil des Autorenduos Maggie Stiefvater und Jackson Pearce ist bildhaft und mit einem großen Wortwitz versehen. Die Gestaltung der Bücher ist sehr liebevoll durchdacht. Alle Seiten sind in der Farbe des Einbandes gehalten (hellblau bzw. rosa). Zwischen den Textseiten befinden sich Zeichnungen der magischen Tiere aus „Gottfried Higgelsteins Handbuch der magischen Tiere“ und Anmerkungen zu den Tieren. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass die Autoren wenig Klischees bedienen, denn so manch ein magisches Tier erweist sich als ganz anders als man es von ihm erwartet hätte oder gewohnt ist.

Pip und Thomas sind zwei liebenswerte Charaktere. Pip ist wissbegierig und hat ein riesiges Herz für Tiere. Thomas ist zum Knuddeln und hat oft die besten Ideen, um einen Fall zu lösen. Wir haben die beiden und den sehr speziellen Regent Maximus ins Herz geschlossen.

Wir hatten viel Spaß und danken heyne>fliegt für das Leseexemplar des zweiten Teils. Wir sind schon gespannt, wie es weitergehen wird.

Lesen Sie wohl!
Ihre Tanja Drecke

Details zum Buch
Aus dem Amerikanischen von Stefanie Frida Lemke
Gebundenes Buch, Pappband, 240 Seiten
ISBN: 978-3-453-27054-1
€ 12,99
Verlag: Heyne fliegt
Gleich bestellen: 04161-9999700 oder im Shop.