Artikel mit dem Tag "Deutschland"



Belletristik · 21. Januar 2019
Mein Lesejahr 2019 bleibt hervorragend. Endlich habe ich „Unter der Drachenwand“ von Arno Geiger gelesen. Neben der Geschichte, die erzählt wird, hat mich vor allem der Schreibstil des Autors begeistert. Selten habe ich mir so viele Zitate beim Lesen aufgeschrieben. Arno Geiger schafft mit seiner poetischen Sprache eine Atmosphäre, bei der man das Gefühl hat, alles mitzuerleben. Was macht Krieg mit dem Einzelnen – eine Perspektive, die so viel mehr unter die Haut geht als bloße...

Historischer Roman · 15. Januar 2019
Selten fiel es mir so schwer, aus einem Roman wieder aufzutauchen. Aber Karen Duves Roman über eine kurze Episode im Leben der Freifrau Annette von Droste zu Hülshoff, der wohl bedeutendsten Schriftstellerin mindestens des 19. Jahrhunderts, hat mich so tief in die Jahre 1817 bis 1820 eintauchen lassen, dass ich so gar nicht wieder zurück in die Gegenwart wollte. Besser ging der literarische Auftakt 2019 nicht. Wir lernen Annette, kurz Nette, im Alter von 20 Jahren kennen. Als Frühchen 1797...

Sachbuch · 17. Dezember 2018
„Heimat – Ein deutsches Familienalbum“ von Nora Krug ist das Buch, das mich am meisten beeindruckt hat in 2018. Die seit über 12 Jahren in New York lebende, in Deutschland 1977 geborene Grafikerin greift in ihrem Familienalbum auf so vielfältige Darstellungsformen zurück, dass es sich aus meiner Sicht um ein völlig neues Genre handelt. Nora Krug selbst bezeichnet ihr Werk als „graphic memoir“, ein in Amerika gängiger Begriff für gezeichnete Erinnerungen. Eine noch nie dagewesene...

Deutsche Gegenwartsliteratur · 12. November 2018
Vermutlich waren alle begeisterten Leserinnen und Leser von „Altes Land“ genauso ungeduldig wie ich, wann endlich der zweite Roman von Dörte Hansen erscheinen würde. Mit welchem Thema würde sie uns dieses Mal unterhalten und auch zum Nachdenken bringen? Nun ist er endlich da, und wir haben uns sehr über das Leseexemplar des Penguin-Verlags gefreut. Das deutsche Dorf ist der Hauptprotagonist von „Mittagsstunde“. In diesem Fall das fiktive, in Nordfriesland gelegene Brinkebüll....

Klassiker · 20. August 2018
Über die Werke von Kafka sind schon viele Rezensionen, Analysen, Interpretationen etc. von Fachleuten, Studenten und Experten geschrieben worden. Uns geht es in diesem Artikel eher darum, Menschen die eventuell vorhandene Scheu vor Kafkas Texten zu nehmen. „Das Schloss“ ist sicherlich keine einfache Lektüre, wenn es um den Inhalt geht. Es ist aber nicht schwer zu lesen. Worum geht es: Es geht um den Landvermesser K., der in ein Dorf kommt, in dem er seine Arbeit ausüben soll. Er ist vom...

Gesellschaftsroman · 27. Juli 2018
Endlich habe ich es geschafft, den Erfolgsroman von Juli Zeh zu lesen (in der Taschenbuchausgabe, die es seit Ende letzten Jahres gibt und die uns der btb-Verlag netterweise zur Verfügung gestellt hat). Die Story ist schnell erzählt: Ein kleines Dorf in Brandenburg soll zum Standort eines Windparks werden. Darüber erhitzen sich die Gemüter und alte Wunden zwischen den alteingesessenen Dorfbewohnern brechen wieder auf. Die Zugezogenen verfolgen ihre eigenen Interessen und Ziele, sei es einen...

Krimi · 14. Mai 2018
Der Münchner Ermittler ist der Hauptprotagonist von Jan Weiler, dem viele Leser*innen vor allem durch „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ oder „Pubertier“ bekannt sein dürfte. Der zweite Band der Krimireihe „Kühn hat Ärger“ ist vor Kurzem erschienen und führt den ermittelnden Berufspendler in zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: auf der einen Seite die Münchner Hautevolee in Grünwald, wo die van Hautens residieren, auf der anderen Seite Amir, libanesisches...

Kurzgeschichten · 04. März 2018
12 Kurzgeschichten über Einsamkeit und ihre Folgen vom Meister der kurzen, knackigen Stories, die mehr zum Denken anregen als so manch episches Werk. Da ist Katharina, die trotz ihrer Beziehungen einsam bleibt, da ist der Mann, dessen Leere eine Plastikpuppe füllen soll, da ist der Nachbar, der zum äußersten greift, damit er nicht wieder einsam sein muss, da ist die betrogene Ehefrau, die sich versehentlich rächt. Jeder Leser wird aus diesem Buch sicher seine Lieblingsgeschichten finden,...

04. März 2018
Dieses Buch katapultiert die Leser in ihre Jugendzeit zurück. So ist es mir jedenfalls gegangen. Thorsten Nagelschmidt geht als Thorsten Nagel auf Spurensuche in das Jahr 1999. Er wählt dafür eine ungewöhnliche Form, in dem er uns Leser mitnimmt auf seine Zeitreise, die in Teil I „Ende“ mit einer simplen Frage an seinen Freund Sascha beginnt: „Sag mal, wie war das eigentlich damals – wann hast du aufgehört, mich zu hassen?“ (S. 9). Als der befragte Sascha an einer Bar in Berlin...

Deutsche Gegenwartsliteratur · 12. Januar 2018
Auf Bücher von Bernhard Schlink freue ich mich immer besonders, da ich seinen schnörkellosen Erzählstil sehr schätze. Umso schöner, dass der Diogenes-Verlag mir den neuen Roman schon vorab zur Verfügung gestellt hat. Vielen herzlichen Dank! Heute kommt also nun Olga in die Buchhandlungen. Der Roman erzählt die Geschichte von Olga Rinke in einer Zeitspanne vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 21. Jahrhunderts. Im ersten Teil erfahren wir von Olgas Kindheit, die sie nach dem Tod...

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