Grand Prix – Der neunte Fall für Bruno Chef de Police von Martin Walker

Mit einer Oldtimer-Rallye lässt Martin Walker seinen 9. Fall für Bruno starten. Und um einen legendären Oldtimer geht es auch weiterhin: den Bugatti Type 57 SC Atlantic, von denen tatsächlich nur vier Exemplare gebaut wurden und heute nur noch zwei erhalten sind. Laut Wikipedia gilt ein 1938er Type 57 SC Atlantic mit seinem geschätzten Auktionspreis von 30–40 Millionen US-$ als teuerster „Gebrauchtwagen“ der Welt. Es geht also um sehr viel Geld, und wie wir alles wissen, ist Geld ja ein beliebtes Mordmotiv. Als immer mehr Hinweise auftauchen, dass ein Exemplar des sagenumwobenen Oldtimers in der Region versteckt wurde, machen sich gleich mehrere Personen auf die Jagd.

Die Bruno-Krimis spielen im französischen Périgord in der beschaulichen Kleinstadt St. Denis. Dort ist Bruno der Chef de Police und lebt mit seinem Hund Balzac, seinem Pferd Hector, seinen Freunden, seinem Garten und verschiedensten Frauen beneidenswert idyllisch. Die Idylle wird leider immer wieder von Todesfällen unterbrochen. Dieses Mal stirbt der Historiker Henri Hugon eines vermeintlich natürlichen Todes. Doch Bruno stolpert darüber, dass sein letzter Auftraggeber anonym ist und keinerlei Unterlagen darüber zu finden sind. Eine Obduktion soll mehr über die Todesursache hervorbringen.

Parallel erfährt Bruno durch den altbekannten brigardier – einem  hochrangigen Funktionär im Innenministerium -, dass zwei seiner Verdächtigen zu einem internationalen Geldwäscher-Ring gehören sollen, die internationale Terroristen mit dem Geld finanzieren. Somit taucht auch wieder Isabelle auf, Brunos ehemalige Flamme, die ihre europäische Karriere allerdings dem schönen Örtchen St. Denis vorzieht. Was mag Martine dazu sagen, die sich gerade mit Bruno eingelassen hat, wenn ihre Konkurrentin auftaucht?

Nebenbei muss Bruno noch einen Familienstreit um ein altes Anwesen schlichten (bei dem Martines Familie involviert ist) und einem sozial benachteiligten Jungen zu einer neuen Aufgabe verhelfen, bevor dieser weiter auf die schiefe Bahn gerät.

Die Krimis rund um Bruno versetzen die Leser in das gemütliche Frankreich, wie man es sich mit allen Klischees vorstellt. Neben der Aufklärung der Fälle mit internationaler Verwicklung bleibt immer Zeit für den Ausritt mit Hector, das gute Essen mit Freunden und das Gärtnern nach dem Mondkalender. Ein leichter Sommerkrimi, der sich sicherlich am besten im Urlaub in Frankreich liest. Man muss meiner Meinung nach die Bücher nicht unbedingt in ihrer Reihenfolge lesen. In jedem Buch wird die Vergangenheit verschiedener Personen immer erklärt. Persönlich finde ich die ersten Brunos spannender als dieses letzte Buch von Martin Walker, von daher rate ich dazu, mit ihnen anzufangen.

Man merkt Martin Walker seine Liebe zu dieser Region Frankreichs in seinen Roman an. Und auch, dass er dort lebt. Er kennt die französische Provinz, Lebensart und die Vorlieben der Menschen dort für gute Weine und gutes Essen. Ich habe daher auch beim Lesen dieser Romane immer das Bedürfnis Kaffee oder Wein zu trinken und unbedingt etwas total Frisches, Leckeres zu kochen. Nach dem letzten Bruno war ich drauf und dran den nächsten Urlaub im Périgord zu buchen, bin dann aber doch wieder davon abgekommen, aber irgendwann…

Die Geschichte rund um den Bugatti und den Rennfahrer William Grover-Williams und Robert Benoist entsprechen den Tatsachen, wie wir im Nachwort von Martin Walker nachlesen können. Auch deren Engagement in der Résistance während des zweiten Weltkrieges und ihr Verrat sowie den daraus folgenden Tod in Konzentrationslagern sind historisch belegt.

Martin Walker ist 1947 in Schottland geboren und lebt in Washington sowie – natürlich – im Périgord. Er war 25 Jahre lang Journalist bei der britischen Tageszeitung ›The Guardian‹. Heute  ist er im Vorstand eines Think Tanks für Topmanager in Washington, den er sieben Jahre präsidierte, und ist außerdem Senior Scholar am Woodrow Wilson Center in Washington DC. Seine ›Bruno‹-Romane erscheinen in fünfzehn Sprachen.

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das E-Book.

Lesen Sie wohl!
Tanja Drecke


Details zum Buch:

Grand Prix

Martin Walker

Übersetzt von Michael Windgassen
Hardcover Leinen bzw E-Book
384 Seiten
erschienen am 26. April 2017
ISBN 978-3-257-06991-4
€ 24,00

Verlag: Diogenes

Gleich bestellen: 04161-9999700 oder im Shop.