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Rezension: Dr. Siri und der verschwundene Mönch von Colin Cotterill

Im elften Fall des laotischen Pathologen Dr. Siri und seinen Freunden greift Colin Cotterill wieder einmal tief in die Geistertrickkiste der sogenannten „phibobs“. Wie gut das er gleich an den Anfang einen psychohygienischen Warnhinweis an seine LeserInnen stellt, da die Handlung „erhebliche Mengen an übernatürlichen Elementen“ enthält.

Der Krimi startet zwar wie gewohnt in Laos, aber dieses Mal führt der Fall Dr. Siri, seine Frau Madame Daeng und ihren treuen Hund Köter über die Grenzen von Laos ins nahegelegene Thailand. Schuld daran ist eben jener verschwundene Mönch, der unter anderem zu Dr. Siris illustrer Schar an Mitbewohnern zählt. Ein hinterlassener Zettel am Kühlschrank bittet Siri darum, einen Mönch nach Thailand zu begleiten. Wie sich herausstellt, handelt es sich um den keinen geringeren als den sogenannten Sangharai, den obersten Patriarchen der loatischen Buddhisten. Will dieser die Seiten wechseln oder nur einem alten Freund zur Hilfe eilen, der des dreifachen Mordes beschuldigt wird? Dr. Siris Neugier ist geweckt, zumal ihn Zuhause sowieso nur die Langeweile erwartet. Madame Daeng weiß ihre Nudelküche in guten Händen bei den ehemaligen Kollegen der pathologischen Abteilung. Es kann also losgehen.

In Laos versuchen derweil Inspektor Phosy und seine Frau Dtui unter Einsatz ihres Lebens das Verschwinden des Mönchs zu rekonstruieren, während Civilai auf Spurensuche nach echten oder nicht so echten Reinkarnationen von Buddha ist und dabei auf fiese Machenschaften und noch fiesere Dorfbewohner trifft. Colin Cotteril führt die drei Ermittlerstränge am Ende wieder gekonnt zusammen, nachdem alle Helden trotz gewohntem Widerstand durch kommunistische Bürokratie und Misswirtschaft den Fall gelöst haben.

Bei diesem Fall konnte mit Colin Cotteril nicht so richtig abholen. Mir fehlte der witzige Schlagabtausch zwischen Siri und Civilai, der mich beim zehnten Band (und vielen davor) begeistert und vor allem zum Lachen gebracht hat. Wenn die beiden getrennt voneinander auf Abenteuersuche sind, verlieren die Bücher einen Teil ihres Witzes. Trotzdem ist es auch hier wieder gut gelungen, Geistergeschichte und Krimi zu vermengen und so einen spannenden Fall daraus zu stricken. Wie bei vielen Reihen ist eben nicht jedes Buch herausragend und dennoch lesenswert.

 

Im Mai erscheint bereits der nächste Fall „Dr. Siri und die Spiele der Rattenfänger“ und wir kommen in Laos in die 1980er Jahre. Natürlich habe ich das Buch schon für die Leseliste 2020 vorgemerkt und freue mich sehr darauf. Nachdem es Siri im aktuellen Band schon ein wenig besser gelingt, mit seinen inneren Geistern Kontakt aufzunehmen, könnte ja im Mai der Durchbruch gelingen. Ich bin gespannt!


Vielen Dank an den Goldmann-Verlag für das Leseexemplar.

 

Spannende und geistreiche Lektüre wünscht
Ihre Tanja Drecke

Details zum Buch:

Zur Leseprobe auf der Verlagsseite

Hardcover, 416 Seiten
ISBN: 978-3-442-31523-9
€ 20,00

Verlag: Goldmann
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