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Rezension Moodboards von Marianne Salentin-Träger

Das Buch hat mich beim Stöbern durch die Neuerscheinungen neugierig gemacht (der Untertitel: „Dieses Buch wird Dein Leben verändern“ – hätte mich allerdings fast wieder abgeschreckt). Moodboards kenne ich aus meiner Arbeit im PR-Bereich seit vielen Jahren. Dort vor allem von uns genutzt, um Menschen zu visualisieren, für die wir täglich schreiben. Moodboards sind Foto-Collagen, die sich einem bestimmten Thema widmen. Im Innen- oder Modedesign ist die Methode schon viele Jahre fester Bestandteil der täglichen Arbeit.

Die Autorin, Marianne Salentin-Träger, entdeckt die Technik der Moodboards nach der Überwindung ihrer Krebserkrankung. Sie nutzt sie, um ihr Leben neu zu ordnen, persönliche Wünsche zu bebildern, aber auch um ihre Buchprojekte oder ihre Wohnungseinrichtung zu strukturieren. Das Buch ist unterhaltsam und leicht zu lesen. Es macht sofort Lust, selber loszulegen. Und so ist über die letzten Wochen mein erstes Moodboard „Was mir wirklich wichtig ist“ entstanden. Positiver Nebeneffekt: Angesammelte Zeitschriften der letzten Jahre sind auf ihre wichtigsten Inhalte hin durchgearbeitet und ansonsten im Altpapier gelandet. Da sind gleich mal ein paar Zentimeter Regalfläche hinzugewonnen. Einige Bilder aus dem Internet habe ich hinzugefügt, aber ansonsten würde ich dem Rat der Autorin zustimmen, dass das „Erbasteln“ des Moodboards die beste Methode ist. Ich bin so auf viele Schriftzüge und Bilder gestoßen, die mich auf neue Ideen gebracht haben.

Nun hängt also mein Werk in meinem Schlafzimmer und jeden Morgen wandert mein Blick als erstes auf das Plakat. Es sieht gut aus und erinnert mich jeden Tag daran, was mir im Leben wichtig ist. Einige der Bilder zeigen Cornwall, ein absoluter Sehnsuchtsort von mir. Sie erinnern mich daran, diese Reise endlich anzugehen. Das Moodboard hing gerade zwei Tage, da erzählte mir eine gute Freundin, dass ihre Mutter im nächsten Jahr mal wieder eine Busreise durch Cornwall organisieren will, ob ich nicht Lust hätte, mitzukommen. JA! UNBEDINGT! Das war fast schon ein bisschen beängstigend. Aber so ist es: wenn man seine Ziele / Wünsche kennt, dann redet man darüber mit vielen Menschen und so ergeben sich Lösungen und Möglichkeiten.

Wie so häufig bei Ratgebern fand ich nicht alles passend für mich. Aber ich habe die für mich wichtigen Aspekte herausgezogen. Besonders gut gemacht und auflockernd fand ich die Erfahrungen von verschiedenen Persönlichkeiten, die im Buch eingearbeitet sind. Ein paar mehr Bilder von Moodboards hätte ich mir noch gewünscht, vermutlich aber eher, weil ich sie so gerne anschaue. Die Kraft der Gedanken und die Programmierung des Unterbewusstseins wird durch die Moodboards visuell noch einmal verstärkt. Der Prozess ist außerdem gut dafür geeignet, sich über bestimmte Dinge klarer zu werden. Einige der zunächst als wichtig erachteten Aspekte sind dann im laufenden Prozess wieder vom Moodboard verschwunden. Sie passten nicht in das Gesamtbild, während andere hinzugekommen sind, an die ich im ersten Schritt gar nicht gedacht habe. Die Technik lässt sich übrigens auch super für Kinder anwenden, die so ihre Hobbies, Kinderzimmer etc. spielerisch visualisieren können.

Eine kurzweilige und doch vollständige Lektüre. Spannend fand ich auch die Farblehre und der Zusammenhang zu den auslösenden Gefühlen. Marianne Salentin-Träger vermittelt auf 160 Seiten alles, was man über die Erstellung eines Moodboards wissen muss. Von der Frage, was ein Moodboard eigentlich ist, bis hin zu der Kraft der Bilder und des Visualisierens. Eine Empfehlung für alle Neugierigen unter unseren Leserinnen und Lesern.

Vielen Dank an den Irisiana-Verlag für das Leseexemplar.

Doch genug der Worte, lesen bzw. basteln Sie selbst!
Ihre Tanja Drecke

Details zum Buch:
Paperback , Flexobroschur, 160 Seiten, 15,5 x 21,0 cm
28 Farbfotos
ISBN: 978-3-424-15353-8
€ 18,00
Verlag: IRISIANA
Gleich bestellen: 04161-9999700 oder im Shop.