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Weißer Tod von Robert Galbraith

Nachdem ich von den letzten beiden Teilen nicht so richtig begeistert war, wollte ich dennoch wissen, wie es mit Detektiv Cormoran Strike und seiner Partnerin Robin Ellacott weitergeht. Was soll ich sagen: es hat sich gelohnt. Der vierte Band der Serie um den ehemaligen Militärpolizisten ist wieder so spannend und gut gemacht wie der erste Teil.

Robert Galbraith alias J. K. Rowling lässt uns auf der Hochzeit von Robin und Matthew wieder in die Geschichte einsteigen. Sehr geschickt ruft sie uns Lesern „was bisher geschah“ in Erinnerung. Cormoran ist angereist, um die Kündigung zurückzunehmen und Robin will zur Not ihren Chef auf Knien anflehen, sie wieder einzustellen. Also, alles in Butter mit den beiden. Nicht so sehr in Butter ist allerdings das Verhältnis zwischen den frisch Vermählten – das war es ja noch nie wirklich. Einen weiteren Knacks erhält die Beziehung als Robin auf ihrer Hochzeit herausfindet, dass Mathew die Nachrichten von Cormoran auf ihrer Mailbox gelöscht hat. Beste Voraussetzungen also für ein Happy End zwischen Cormoran und Robin. Oder nicht?

Cormorans Berühmtheit ist noch weiter gestiegen, dadurch dass er den Shacklewell Ripper zu Fall gebracht hat. Ein Gesicht, das landesweit in den Medien war, hilft einem Privatdetektiv allerdings eher wenig und so ist der einbeinige Hüne gezwungen, weitere Mitarbeiter zu engagieren, die observieren, recherchieren und überführen. Als ein offensichtlich geistig gestörter junger Mann namens Billy die Detektei aufsucht und in wirren Worten von einem Kindsmord stammelt, dessen Zeuge er als kleiner Junge wird, werden Strikes Instinkte wach. Als sich dann der Bruder Jimmy auch noch als radikaler Linker und Erpresser des Kulturministers Chiswell entpuppt, sind Robin und Strike wieder voll in ihrem Element. Sie ermitteln in den „besseren“ Kreisen und im linken Arbeitermilieu. Wie bei Harry Potter sind Klassenunterschiede immer ein Thema für J.K. Rowling. Eine spannende Story blättert sich auf 860 Seiten auf.

Bis ziemlich zum Schluss, konnte ich mir keinen Reim auf den Täter machen. Die Autorin versteht es dieses Mal geschickt, falsche Fährten auszulegen und uns Hobby-Detektive in die Irre zu leiten. Beim letzten Fall wusste ich schon bei seinem ersten Auftreten, wer der Täter ist. „Weißer Tod“ ist spannend, sehr komplex und eine Leseempfehlung für alle Freunde der Krimi- und Detektiv-Geschichte. Für eine Leseprobe, bitte hier klicken.

Ist das Buch zu lang? Ja, die eine oder andere Wiederholung hätte man gut streichen können. Auch nimmt das Privatleben der beiden, die Panikattacken von Robin und die bekannten Schwierigkeiten von Strike mit seiner Prothese ein bisschen viel Raum ein. Die erste Hälfte ist noch nicht so rasant, man lernt zunächst alle Charaktere und Handlungsstränge kennen. Ab der zweiten Hälfte des Buches legt man es aber nicht mehr aus der Hand  Warum der Verlag bei der Übersetzung von „Lethal White“ nicht bei „Tödliches Weiß“ geblieben ist, habe ich nicht verstanden. Das hätte meiner Meinung nach besser gepasst. Aber vielleicht wollte man uns ja auch beim Titel schon auf die falsche Fährte locken :-).

Vielen Dank an den Verlag blanvalet für das Leseexemplar.

 

Bis zum nächsten Buch.

Ihre Tanja Drecke

Details zum Buch
Aus dem Englischen von Wulf Bergner, Christoph Göhler, Kristof Kurz
Hardcover mit Schutzumschlag, 864 Seiten
ISBN: 978-3-7645-0698-8
€ 24,00
Verlag: blanvalet
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